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Industriezweige
entstehen


Torfabbau

Bis etwa 1900 war der von Hand gestochene Schwarztorf neben Holz das wichtigste Heizmittel im norddeutschen Raum. Für den Hausgebrauch wurde der Schwarztorf auch danach noch als Heizmittel genutzt – vor allem in den Notjahren nach dem II. Weltkrieg.

Weißtorfgräben im Lohner Moor
(c) Foto: G. Aumann. Lohne

Mit der Verarbeitung von Weißtorf, der über dem Schwarztorf liegt, setzte zu Beginn des 20. Jahrhunderts der industrielle Torfabbau ein. Als Torfstreu und später als Bodenlockerer und Torfmischdünger war der Weißtorf sehr begehrt. Maschinell gestochen und nach dem Trocknen zerkleinert, wird der Mull heute in Ballen gepresst, daher kann er so leicht transportiert werden. Die Torfverarbeitung ist trotz rückläufiger Tendenz nach wie vor ein Wirtschaftsfaktor. Heute gibt es insgesamt sieben Torfwerke in Lohne.

 

 Weißtorfabbau bzw. -transport im Lohner Moor mit der 'Töffelbahn'
(c) Foto: G. Aumann. Lohne

 

 

Produktion von Korken

Bis in das Jahr 1842 reichen die Anfänge der Lohner Korkenproduktion zurück. Ein Arbeiter konnte anfänglich pro Schicht 'in Handarbeit' ca. 1.200 Korken schneiden. Durch die ab 1870 zur Verfügung stehenden Maschinen stieg die Produktivität  auf das 15fache also etwa 18.000 Korken an.

 

Arbeiter am Korkenhobel
(c) Stadtfotoarchiv
Heimatverein Lohne

 

Korkenfabrik Bramlage, Lohne
(c) Stadtfotoarchiv
Heimatverein Lohne

 

Korkarbeiter der Firma Bramlage im Jahr 1910
(c) Stadtfotoarchiv
Heimatverein Lohne

 

Der Rohkork für die Fabriken wurde von der Oldenburgisch-Portugisischen-Dampfschiffs-Rhederei (OPDR) ab 1881 von Portugal nach Brake verschifft und von da mit Pferdegespann, später mit der Eisenbahn nach Lohne transportiert.

Ob auf Wein-, Sekt-, Likör-, und Bierflaschen oder Medizinalgefäßen – Lohner Korken sorgen dafür, dass der Inhalt lange haltbar und frisch bleibt. Zu einem Zentrum der deutschen Korkindustrie ist Lohne 1897 aufgestiegen. Ab 1945 wurden Korken mit Kunststoffkappen gefertigt – und damit war der Grundstein zu einem neuen Industriezweig in Lohne gelegt worden, der Kunststoffindustrie.

 

 

Produktion von Schreibfedern

Durch die Schreibfederherstellung begann in Lohne die Industrialisierung. Durch Gerhard Heinrich Kreymborg wurde in Lohne das erste Unternehmen zur massenweisen Herstellung von Schreibfedern gegründet. Die heimischen Gänse lieferten das Rohmaterial, aber auch Schwäne und Raben.

 

 

 

 

 

 

Gerhard Heinrich Kreymborg (1769 - 1833),
gilt als Begründer der Lohner Industrie.

(c) Stadtfotoarchiv
Heimatverein Lohne

1840 erreichte die rasante Entwicklung der industriellen Schreibfederproduktion ihren Höhepunkt. Die 80 Arbeiter produzierten zu dieser Zeit ca. 80.000 Schreibfedern pro Tag. Ab 1850 wurden in großen Stückzahlen gestanzte Stahlfedern aus England importiert. Weil diese Federn haltbarer und pflegeleichter waren, verdrängten diese die herkömmlichen Schreibfedern aus Gänsekielen vom Markt.

 

 

 

 

Frau Hagemeier vom Industriemuseum erläutert die Fabrikation von Schreibfedern in Lohne.

 

Pinsel- und Bürstenproduktion

Die Lohner Produktion von Pinseln und Bürsten geht auf das Unternehmen Johann Heinrich Krogmann zurück, der das hierfür notwendige Wissen auf seinen Reisen nach Nürnberg erworben hatte. Mit Hilfe seines späteren Teilhabers Anton Hoyng gelang Johann Heinrich Krogmann die Umstellung der Produktion in seinem Betrieb von Schreibfederherstellung auf Pinsel- und Bürstenherstellung. Durch kleinere Handwerksbetriebe erlebte dieser Industriezweig Mitte des 20. Jahrhunderts einen “zweiten Frühling“.

 

 

 

 

 

 

 

 

Pinselproduktion in der
Bürsten- und Pinselfabrik
Gebr. Krogmann & Co., Lohne
 

(c) Stadtfotoarchiv
Heimatverein Lohne

 

 

Nachdem jedoch die USA das gegen China verhängte Handelsembargo Mitte der 70er Jahre aufgehoben hatten und Pinsel sowie Bürsten zu wesentlich günstigeren Preisen eingeführt wurden, mussten diese Kleinunternehmen ihre Produktion entweder auf andere Produkte umstellen oder aufgeben.

 

 

 

 

 

Ausstellung verschiedener Bürsten und Pinsel auf dem Arbeitstisch eines Pinselmachers im Industriemuseum Lohne

 

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