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Heinrich Göbel

Erfinder der ersten brauchbaren elektrischen Kohlefaden-Glühlampe

Heinrich Göbel in Springe

1818

Am 20. April erblickt Heinrich Göbel als Sohn des Gärtners und Schokoladenherstellers Johann Heinrich Christian Göbel aus Zorge (Harz) und seiner Ehefrau Marie Eleonore Hüper aus Springe das Licht der Welt.

1824

Besuch der örtlichen Knabenschule

1832

29. April Ende der Schulzeit. Heinrich erhält eins der schlechtesten Zeugnisse seines Jahrgangs aber mit der Bemerkung: "Scheint einen erfinderischen Geist zu haben. Das mangelhaft rührt meist von langwieriger Krankheit her." In Springe erlernt er das Uhrmacherhandwerk.

1837

Geschäft für Mechanik und Optik. Nach eigener beeideter Aussage (23.1.1893) assistiert er einem Prof. Moenighausen bei der Durchführung physikalischer Experimente, darunter solchen zur Erzeugung von elektrischem Licht. Es werden Versuche mit Glühlampen und Lichtbögen vorgenommen. Außerdem werden Instrumente für den Schulbedarf gebaut.

1844

Eheschließung mit Sophie Lübke geb. Rodewig aus Springe.

1846

Erste Versuche, mit Hilfe der Elektrizität ein Glühlicht zu schaffen, verlaufen ergebnislos. Am 8. Juni wird Sohn Johann Carl geboren.

1848

Am 30. Juli erblickt Tochter Marie Sophie das Licht der Welt. Nachdem Göbel seine Habe verkauft hat, wandert er mit seiner Familie am 13. November über Bremen mit dem Auswanderer-Segelschiff „J.W. ANDREWS" nach Amerika aus. An Bord sind 151 deutsche Auswanderer.

 

 

Henry Goebel in New York

1849

31. Januar. Eintreffen der "J.W. Andrews" in New York. HENRY GOEBEL, wie er ab jetzt heißt, bezieht seine Wohnung in der Monroe-Street 391 und betreibt dort ein Uhrmacher- und Optikergeschäft .

1853

Die Installierung einer Lichtbogenlampe auf dem Hausdach (gespeist von einer selbstgebauten Primärbatterie) wird gerichtlich untersagt. Fortsetzung der Versuche von 1846

1854

Mittels eines Glühfadens aus verkohltem Bambus und einer luftleer gemachten Eau-de-Cologne-Flasche gelingt G. die Konstruktion der ersten elektrischen Glühlampe. Er unterlässt eine Patentanmeldung!

1859

Seine Lampen, jetzt aus zylindrischem Glasrohr, leuchten bis zu 400 Stunden. Er beleuchtet damit nicht nur seine Werkstatt, Wohnräume und die Nähmaschine seiner Tochter, sondern auch die Schaufenster seines Geschäftes und auch den Fernrohrwagen. Mit diesem fährt er bei Dunkelheit durch die Straßen von New York und zeigt Passanten gegen Entgeld durch sein selbstgebautes 6m langes Fernrohr den Sternenhimmel.

1860

Neuer Wohnsitz Monroe-Street 271 1-2.

1865

Am 9. Mai erhält Göbel das U.S.Patent No. 47.632 "Säumer für Nähmaschinen".

Erfindung der Quecksilbervakuumpumpe durch Hermann Sprengel.

1866

Erfindung der Dynamomaschine durch Werner von Siemens. Beides sind
Vorrausetzungen für eine wirtschaftliche elektrische Beleuchtung.

1872

Geschäftserweiterung durch Juwelierwaren in Grand-Street 500 1-2.

1877

Wohnsitzverlegung in die Grand- Street 468. Im Laufe der Jahre werden G. weitere sieben Kinder geboren.

1879

EDISON erhält das US-Patent Nr. 223 898. Nach langwierigen Versuchen – unter Einsatz von 40 Mitarbeitern und erheblichen finanziellen Mitteln – gelingt auch ihm die Herstellung einer Glühlampe mit Bambusglühfäden. Brenndauer 45 Stunden.

1881

Göbel sucht vergebens nach Geldgebern oder Herstellern für seine Glühlampe. Mit Personal und Familienangehörigen fertigt er aber erhebliche Mengen von Glühfäden zum Verkauf an Glühlampenhersteller an. Im September schließt er einen Beratervertrag mit der American-Light-Company. Seine Finanzielle Lage verbessert sich jetzt zunehmend.

1882

Am 24. Januar erhält Göbel U.S.-Patent No.252.658 für eine Verbesserung der Geissler-Pumpe. Am 24. Oktober erhält er U.S.-Patent No. 266.358 für eine besonders zweckmäßige Befestigungsart von Kohlefäden und Zuleitungsdrähten in einer Glühlampe.

1885

Im Mai eröffnete die EDISON ELECTRIC LIGHT COMPANY die bis 1894 währende Prozessreihe gegen konkurrierende Hersteller von Glühlampen wegen Patentverletzung. Die jeweils nur kurzen Verfahren endeten mit der vom Kläger beantragten richterlichen Verfügung und zwingen die Beklagten zur Einstellung der Lampenherstellung.

1887

Im September verstirbt Göbels Ehefrau Sophie.

1893

Am 23.Januar kommt es im Prozess gegen die BEACON VACUUM PUMP AND ELECTRIC COMPANY zu einer Sensation, die sich schnell in der internationalen Fachwelt verbreitet, als die Beklagte mit der GOEBEL DEFENSE (Göbel-Verteidigungsstrategie) anhand von über 30 eidesstattlichen Erklärungen den Nachweis der GOEBELSCHEN-ERFINDUNG von 1854 führt.
Zwei weitere beklagte Gesellschaften legen insgesamt über 100 solcher Beweise sowie alte Goebel-Glühlampen vor. Göbel rekonstruierte vor gerichtlich bestellten Sachverständigen seine seinerzeitigen Werkzeuge und mit diesen seine Lampen von 1859.
Es kommt zum Urteil für und gegen Edison. Nur zwei Berufungsverfahren gewinnt Edison. Das bedeutet jedoch nicht, dass damit die objektive Wahrheit ermittelt worden wäre. Die streitenden Parteien verzichteten dennoch aus Kostengründen und weil die Schutzfrist für Edison im folgenden Jahr 1894 ausläuft auf die Fortsetzung der juristischen Auseinandersetzung.
Ende November erkrankt Göbel an einer Lungenentzündung und verstirbt am 4.Dezember. Auf dem GREENWOOD CEMETARY 5th AVENUE findet er seine letzte Ruhestätte.

1912

NELA-PARK, Gebäude No. 308 - heutiger Sitz der GENERAL ELECTRIC LIGHTING - Grundsteinlegung. Zeitgenössische Gegenstände von Bedeutung werden in einer hermetisch verschlossenen Kapsel mit eingemauert. Darunter auch eine GOEBELLAMPE, die so "für die Nachwelt gerettet" wird. Th. A. Edisons Verdienste um die Entwicklung elektrischer Beleuchtungsanlagen sind beachtlich und sollen nicht geschmälert werden. Dennoch bleibt die frühere Erfindung einer funktionierenden Glühlampe durch H. Göbel eine Pioniertat auf dem Gebiet der Elektrotechnik.

Das Andenken an Heinrich Göbel muss lebendig bleiben

Quellennachweis: Kirchbücher in Springe, Passagierliste „J.W.ANDREWS", THE ELECTRICAL ENGINEER", „THE ELECTRICAL WORLD" 1893/94.

Zusammengetragen von Friedrich. Gisselmann fürHeinrich-Göbel-Stammtisch, Springe.
Kontaktadresse: Paul Mittag – 31832 Springe – Göbelbastei 35,
                         Tel. 05041/4995 – Telefax 05041/2441