Übersicht
 
Herstellung der Dose
- Zuerst wurden auf ein Stück Blech Rumpf, Boden und Deckel angerissen (aufgezeichnet) und mit der Blechschere ausgeschnitten.
- Auf dem Knie wurde der Rumpf gewalzt , anschließend wurde das geschmeidig gemachte Blech auf dem "Sperrhaken" mit dem Holzhammer gerundet, abgekantet, die Naht wurde zusammengefügt und gelötet.
- Danach wurde der Dosenboden angelötet.
Ein Arbeiter konnte von den in Handarbeit gefertigten Dosen 12 -15 am Tag herstellen. Das Verschließen der Dose mit dem Deckel erfolgte nach dem Einfüllen der Ware in die Weißblechdose wie folgt : Der Deckel musste einen größeren Durchmesser als die Dose haben und wurde aufgelötet. Der auf die Öffnung gelegte Deckel wurde zuerst mit dem Lötkolben und etwas Zinn von unten her aufgelötet, sodass er haftete. Dann musste der Klempner anfangen auf dem überstehenden Rand des Deckels von der unteren Seite her, einen Tropfen Zinn neben den anderen zu setzen, sodass die einzelnen Tropfen sich dachziegelförmig deckten und auf diese Weise ein dicker Ring von Zinn entstand. Die Dose durfte keinesfalls ein Loch haben, weil sonst die Ware in der Dose verdarb. Anschließend erfolgte die Hitzesterilisation, die je nach Dosengröße 2 bis 5 Stunden dauerte. Das Öffnen der Dose Das Öffnen der Dose erfolgte, indem die Löhtnaht am Deckel geschmolzen und der Deckel abgehoben wurde. Das geschah häufig mit einem auf die Dose gestellten heißen Bügeleisen oder mit eigens dafür konstruierten Zangen. So konnten die Dosen ohne weiteres wieder verwendet werden. Allerdings handelte es sich dabei um ein umständliches und teures Verfahren. Das änderte sich mit der Entwicklung der Falzdosen und Dosenverschluss-maschinen in den Jahren nach 1880. Boden und Deckel wurden nicht mehr aufgelötet, sondern mit der Maschine fest an den Dosenrumpf angefalzt. Diese Maschine leistete zehnmal so viel wie ein gelernter Löter. Die Braunschweiger Firma Friedrich Wehrstedt & Söhne lieferte 1888 eine ihrer ersten Dosenverschlussmaschinen an einen Klempnermeister in Seesen.