Kriegseinsatz der Bachstelze Fa 330

An Bord der  Fernfahrer U -Boote befand sich eine dreiköpfige Fa 330- Mannschaft aus Marinesoldaten. Sie hatten eine komplette Tragschrauberausbildung in den vorgenannten Standorten absolviert. Der Kriegseinsatz erfolgte ausschließlich auf den U- Booten der "Monsunklasse" für die deutsche Kriegsmarine in Ostindien und in der Karibik.

Für den europäischen  Einsatz im Nordatlantik war die" Bachstelze" nicht geeignet, weil die U- Boote oftmals in Sekundenschnelle bei Feindberührung abtauchen mussten und somit überhaupt keine Zeit mehr für ein  Verstauen eines Traghubschraubers vorhanden war.

Von eines U- Boot - Fahrt liegt folgender Bericht vor:

Das U- Boot U 117 lief unter dem Tarnnamen "Gesya" am 1. April 1943 vom Nordatlantik in Richtung Südatlantik mit Ziel Indischer Ozean aus. Die jeweils  genauen Positionsangaben sind im Kriegstagebuch verschlüsselt aufgeführt. Es ist festgehalten, dass ab dem Breitengrad auf der Höhe von Madeira die Bachstelze laufend geflogen wurde. Sie sei bis zu einem Seegang 4, also bis zu mittelhohen Wellen, voll einsatzfähig.

Schon am 21.Mai 1943 hatte die Bachstelze  auf der Fahrt zum Indischen Ozean 60 Starts  mit insgesamt 18 Flugstunden hinter  sich, und das mit immer noch dem ersten Rotorblatteinsatz.

Am 29. Mai stieß U 117 auf einen feindlichen Geleitzug. Nach  See - und Luftortung griff das deutsche  U- Boote an und versenkte einen Tanker und zwei Frachter  mit insgesamt 24 000 Brt.

Ende Juli/ Anfang August 1943 ist U 117 in seinem Einsatzgebiet im Indischen Ozean. Nach mehreren Starts steigt die Bachstelze am 5. August morgens exakt um 11. 08 Uhr wieder zur Feinderkundung auf. Aus einer Höhe von 100 Meter über dem Meer macht der Pilot in westlicher Richtung  einen feindlichen Dampfer aus. Das U - Boot stößt mit Höchstfahrt nach ; es ist mittelschwerer Seegang. Um 12. 15 Uhr Ortszeit hat das U -Boot den Dampfer in 10 Grad westlicher Richtung in Sicht. Seine Geschwindigkeit beträgt 8,5 Seemeilen. Um 16 Uhr bereitet die Besatzung einen Angriff vor. Um 16. 38 Uhr taucht U 117 bei abgeschlossner Dämmerung zum Unterwasserangriff ab. Dabei wird der Dampfer  aber zeitweise wieder verloren. Doch kurz vor dem Abschluß hat die Besatzung das feindliche  Schiff  wieder in 1500 Meter Entfernung geortet. Um 17. 45 Uhr feuert das deutsche  U - Boot  aus Rohr II  und IV zwei Torpedos in einer Fahrtgeschwindigkeit von 8,5 Seemeilen ab. Die Folgen sind verheerend. Nach einer Minute  und 20 Sekunden hört die U-Boot - Besatzung  die  Detonationen. Der Frachter ist  mittschiffs und achtern getroffen. Er sinkt sofort. Mit der Stabantenne stellt der Funker von U 117 fest, daß das feindliche Schiff nicht mehr gefunkt hat. Das U Boot taucht sofort auf und nimmt Kurs  auf das einzige Rettungsboot  mit Überlebenden. Von der 45köpfige Besatzung  können 25 Mann gerettet  werden. Bei  dem torpedierten  Schiff handelt es sich um den griechischen Frachter " Efhalia Mari", der mit einer Kohleabladung von Durban nach Aden unterwegs war.

(Dieser Bericht ist in einem Buch von Gerhard Freund, Der Fliegerhorst Gelnhausen - Rothenburgen, Märchenstraßen - Verlag, o. J., )

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